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Die ganze Wahrheit der Pin Up Geschichte

Hallo liebe Pin Up Fans!

Heute möchte ich die Geschichte der Pin Up Kunst ein wenig erläutern.
In loser Folge werde ich dann die einzelnen Künstler mit ihren Biographien vorstellen und viele hübsche Bilder ihrer Kunst darstellen.
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Der Begriff Pin Up als Kunstform stammt ursprünglich aus dem übersetztem englischen Begriff „to pin up“ = anheften.
Das heißt also, der allgemein bekannte Begriff Pin Up Girl nur bedeutet nur, dass das Bild zum anheften ist. Dieser Beschreibung sagt zwar nichts über die Kunst der Pin Ups aus, zeigt aber durchaus die Gewichtung der Pin Up Kunst.

Die Geschichte der Pin Up Kunst beginnt im „Goldenen Zeitalter der Illustration“, zwischen 1880 und 1920.

Charles Dana Gibson

Zu dieser Zeit malte der amerikanische Künstler Charles Dana Gibson (1877-1944) die ersten Bilder, die heute als Vorläufer der Pin Up Kunst bezeichnet werden.
Er zeichnete große Frauen mit einer sehr schmalen Taille, die meist in romantischen Situationen abgebildet waren. Das erste dieser bekannten „Gibson Girls“ wurde im „Life Magazine“ veröffentlicht und wurde dadurch schnell zu einem Schönheitsideal.

Picturesque America.  Anywhere along the coast.

Alphonse Mucha

Zur gleichen Zeit schufen die europäischen Künstler Alphonse Mucha, Jules Chéret und Henri de Toulouse Lautrec ihre ersten „Art Nouveau“ Poster.

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Der tschechische Künstler Alphonse Mucha begann sein Studium in München und wurde vor allem durch seine Arbeiten mit der Schauspielerin Sarah Bernhardt bekannt.

Die Schauspielerin ließ nicht nur sämtliche Plakate von ihm malen, sondern vertraute auch bei ihren Kostümen und Bühnenbildern auf den Künstler.

Raphael Kirchner

Ein wenig mehr Popularität erlangte die Pin Up Kunst dann durch Künstler wie Raphael Kirchner, der seine Werke durch Plakate, aber hauptsächlich auf handsignierten Postkarten verbreitete.

Raphael Kirchner

Friedrich Paul Thumann

Psyche at Nature’s Mirror

Dieses Bild vom deutschen Künstler Friedrich Paul Thumann entsprach exakt der Firmenphilosophie des amerikanischen Getränkeherstellers „White Rock“ und fand somit 1894 Einzug in das Firmenlogo.


White Rock Girl
Firmenlogo White Rock – 1894

Paul Chabas

Den nächsten Schritt der Pin Up Art leitete Paul Chabas ein, ein französischer Künstler der nach 3 Jahren Arbeit, an einem September Morgen, das erste freizügige Bild „September Morn“ veröffentlichte.

Wikipedia picture of the day on August 25, 2016: “September Morn” by Paul Chabas (The Metropolitan Museum of Art)

September Morn – Paul Chabas – 1912

Dieses Bild stellte zu der damaligen Zeit einen Skandal dar, und wurde dennoch, oder gerade deshalb, hunderttausendfach auf Kalendern, Postkarten oder Verpackungen verbreitet.

Es folgten die goldenen Zwanzigern und das goldene Zeitalter der Illustration. Die Filmindustrie wollte durchstarten und lockte die Zuschauer durch Zeitschriften in ihre Kinos.
Künstler wie Enoch Bolles, Earle K. Bergey und George Quintana wurden unter Vertrag genommen um auf den Titelseiten mit möglichst leicht bekleideten Damen Werbung für die Filme zu machen.

George Quintana

Enoch Bolles


Film Fun, „The Man Who Takes The Star Out After The Show“ (1923) Enoch Bolles

Kurz vor dem Krieg begann die Zeit der Illustratoren, die später eine ganze Generation von Künstlern beeinflußte. Künstler wie Hy Hintermeister, John Montgomery Flagg und J. C. Leyendecker waren die Vorreiter von detailreichen Illustrationen und bildeten sozusagen die Basis für die späteren Pin Ups.

J.C. Leyendecker

Der 1874 in Montabaur (Deutschland) geborene J.C. Leyendecker war wohl begabteste und bekannteste Illustrator seiner Zeit. Zum Durchbruch gelangte er durch seine Zeichnungen der „Arrow Shirt Man“ Reklame.

Arrow Shirt Man J.C. Leyendecker

Zu diesem Zeitpunkt, Anfang der 30er Jahre begann im eigentlichen Sinne erst der Durchbruch der klassischen Pin Up Zeichnungen.
Zeitschriften wie Esquire (ein wichtiger Playboy Vorgänger), Cosmopolitan, The Saturday Evening Post und andere waren mutig genug ihre Titelseiten mit Pin Up Girls zu schmücken.

George Petty

George Petty sorgte mit seinen „Petty Girls“ für steigende Auflagenzahlen des Esquire und vielleicht sogar auch für den späteren Weg in Richtung Playboy?!

George Petty Going Fishing (Esquire 1938)

Nach 10 Jahren erfolgreicher Arbeit wurde George Petty 1940 von einem neuen Künstler abgelöst.
Dieser Künstler wurde zu einem der ganz großen Pin Up Künstler, sein Name war kein geringerer als Alberto Vargas.
Er prägte und beeinflußte die Pin Up Kunst wie kaum ein anderer. Seine Werke zierten nicht nur etliche Titelseiten, sondern schmückten auch viele Flugzeugnasen im Krieg, besser bekannt unter dem Begriff „Nose-Art.“

Der 2. Weltkrieg sorgte für eine weltweite Verbreitung durch die amerikanischen Soldaten. In nahezu jedem Spint, an jeder Nase eines Kampfjets waren die Pin-Up Girls verschiedenster Künstler zu finden. Um die Moral aufrecht zu erhalten wurden die Soldaten sogar mit Pin Up Büchern oder Fotos von Künstlern wie Gil Elvgren und Earl Mac Pherson ausgestattet.

Bevor Marilyn Monroe als Schauspielerin anerkannt wurde war sie bevorzugte Model von Earl Moran, und wer kann heute mit Sicherheit sagen dass sie es ohne die Pin Up Kunst vielleicht gar nicht geschafft hätte? Genau diese berühmten Posen in die die Modelle von den Pin Up Künstlern gestellt wurden, haben sicher stark zu dem Image der Schauspielerin beigetragen.


Marilyn Monroe posiert als Model bei Earl Moran


Das Ergebnis „Spanish Girl“ von Earl Moran

Nach dem Krieg wurden die Beschränkungen für Luxusartikel aufgehoben und die Damen durften wieder Nylons tragen
Christian Dior konnte somit seinen „neuen Look“ vorstellen, indem die Unterwäsche nun in 2 Teile aufgeteilt wurde, dem BH und dem Strapsgürtel.
Die Entwicklung in Richtung Kommerzialisierung war in vollem Gange und schöne, gesunde Mädchen wurden genutzt um die Produkte unter die Leute zu bringen.
Jedes Produkt verkaufte sich wesentlich besser, wenn eine schöne Frau in Nylons schüchtern guckt und dabei ein wenig Haut zeigt.
Natürlich bleibt sie dabei immer noch ein „braves Mädchen“ – schließlich ist es nicht ihre Schuld wenn ein kleiner Hund dabei ihr Röckchen hebt. 🙂

Ein besonders gutes Beispiel für diese „unschulgig“ aussehenden Pin Ups ist Haddon Sundblom aus Chicago.
Er schuf eine besondere Art der Pin Up Kunst, sie war „leuchtender und lebendiger“ als alles bisherige. Bekannt geworden durch seine Bilder vom Weihnachtsmann für Coca Cola beeinflußte er mit seiner speziellen Ölmaltechnik viele andere Künstler wie Al Buell, Harry Ekman, Bill Medcalf und Joyce Ballantyne.
Sein berühmtester „Lehrling“ war allerdings Gil Elvgren, der zu meinen Lieblingskünstlern zählt.
Übrigens arbeiteten alle diese Künstler in seinem Studio „Sundblom’s Stevens-Gross Advertising Agency“.

Diese Künstler wiederum beeinflußten eine ganze Reihe anderer, wie Pearl Frush, Art Frahm, Peter Driben, Edward D’Ancona, Edward Runci, Vaughan Alden Bass und Al Brule.

Nun folgten die Künstler die nicht mit Öl- sondern Patellfarben arbeiteten. Künstler wie Rolf Armstrong, Earl Moran, Zoë Mozert, Earl MacPherson, Joyce Ballantyne, T.N. Thompson, Fritz Willis, K.O. Munson, Freeman Elliot, Ted Withers und viele andere gelangten durch die Verlage zu ihrem wohlverdienten Ruhm.

Lange Zeit konnten die Pin Up Künstler gut von ihrer Arbeit leben bis die Photographie so ausgereift war, dass sie wesentlich günstiger war als für jedes hübsche Mädchen ein Bild malen zu lassen. Die 60er Jahre waren angebrochen und Fotos zierten nun die Titelseiten der Magazine. Einzig Alberto Vargas konnte seine Kunst bis 1976 im Playboy veröffentlichen.

Die Hemmschwelle wurde geringer durch die herabgesetzte Zensur und die Darstellungen der Weiblichkeit wurde zunehmend deutlicher.
Das Ende der klassischen Pin Up Kunst war gekommen, die Männer wollten anscheinend deutlichere, hemmunglosere Bilder von schönen Frauen.
Genau das hat die Pin Up Kunst nie dargestellt, sie war immer nur andeutend und mit einem zwinkernden Auge. Sie ließ das Ende offen und war nie pornografisch.

In der jetzigen Zeit, wo Retro so in ist wurde natürlich auch die Pin Up Kunst wieder entdeckt. Alles was auch nur annähernd danach aussieht wird als Pin Up Art gehandelt, ob es nun damit etwas zu tun hat oder nicht. Dennoch halten einige neue Künstler wie Kent Steine, Mel Ramos, Edward Reed, Baron von Lind, Silksatin, Donald „Rusty“ Rust die Fahne der klassischen Pin Up Kunst hoch.

Pin Up Künstler die in loser Folge hier vorgestellt werden.

  • Martin Abel
  • Arnold Armitage
  • Rolf Armstrong
  • Glen Artsbit
  • Aslan

B

  • Joyce Ballantyne
  • McClelland Barclay
  • Vaughan Alden Bass
  • Andrew Bawidamann
  • Ben-Hur Baz
  • Julie Bell
  • Earle K. Bergey
  • Roy Best
  • Deacon Black
  • Dick Bobnick
  • Enoch Bolles
  • Harry C. Bradley
  • Crandell Bradshaw
  • Al Brulé
  • Duane Bryers
  • Al Buell
  • Ralph Burch

C

  • E. Simms Campbell
  • Fernando Caretta
  • John Carey
  • Giovanna Casotto
  • Eddie Chan
  • Echo Chernik
  • Ernest Chiriaka
  • Henry Clive
  • Forrest Clough
  • Howard Connolly
  • Bradshaw Crandell
  • Russ Current

D

  • Edward D’Ancona
  • Olivia De Berardinis
  • Ruth Deckard
  • Joe DeMartini
  • Joe DeMers
  • Billy DeVorss
  • Archie Dickens
  • Lorenzo DiMauro
  • Gene Dressler
  • Peter Driben
  • Michal Dutkiewicz

E

  • Edward M. Egglestone
  • Harry Ekman
  • Freeman Elliot
  • Gil Elvgren
  • Merlin Enabnit
  • Jules Erbit

F

  • Paul Fabian
  • Art Frahm
  • Pearl Frush

G

  • Keith Garv
  • Charles Dana Gibson
  • Marcus Gray
  • Anthony Guerra

H

  • R. Wilson Hammell
  • Kim Harlow
  • Mabel Rollins Harris
  • Susan Heidi
  • „Hawaiian“ Bryan Hey
  • Cardwell S. Higgins
  • Greg Hildebrandt
  • Hy Hintermeister
  • Patrick Hitte
  • Armando Huerta
  • Jon Hul

J

  • Jennifer Janesko
  • Barbara Jensen
  • Amano Jyaku

K

  • Jamie Kidd
  • Arnold Kohn

L

  • Bill Layne
  • Charlene Lanzel
  • Baron von Lind
  • Mike Ludlow

M

  • Earl Mac Pherson
  • Alayna Magnan
  • Malachi Maloney
  • Milo Manara
  • Ken Martin
  • Dominic Marco
  • Del Masters
  • Gianluca Mattia
  • Bill Medcalf
  • Anna Merli
  • M. Miller
  • Robert Mills
  • Joli Minet
  • Frederik Mizen
  • Michael Mobius
  • Al Moore
  • Earl Moran
  • Zoë Mozert
  • K. O. Munson

N

  • Krysztof Nemeth

O

  • Mayo Olmstead
  • Walt Otto

P

  • Irene Patten
  • Laurette Patten
  • George Petty
  • Jay Scott Pike
  • Andrew Posada
  • Gene Pressler

Q

  • George Quintana
  • Tim Quattrocci

R

  • Bill Randall
  • TJ Rappel
  • Edward Reed
  • Luis Royo
  • Edward Runci
  • Donald L. Rust

S

  • Arthur Sarnoff
  • Robert Sarsony
  • Mauro Scali
  • Lou Shabner
  • Charles Gates Sheldon
  • Charles Showalter
  • Robert Skemp
  • Francis Smilby
  • J. Frederick Smith
  • William Fulton Soare
  • Hajime Sorayama
  • Eric Stanton
  • Haddon Sundblom

T

  • Paul Tasian
  • Hope Talmon AKA Cyrelle St. James
  • Bobby Toombs
  • Pete Tapang
  • T. N. Thompson
  • Les Toil
  • Jerrold Tibstra

V

  • Boris Vallejo
  • Daniel Vancas
  • Si Vanderlaun
  • Alberto Vargas
  • Rion Vernon

W

  • Chris Wallentin
  • Bill Ward
  • Mark Wasyl
  • Ronnie Werner
  • Ren Wicks
  • Jon Whitcomb
  • Jack Whittrup
  • Wilton Williams
  • Fritz Willis
  • Ted Withers
  • Iman Woods
  • David Wright

Y

  • Dean Yeagle

Hier die Quellenverweise ohne die dieser Artikel nicht möglich gewesen wäre.
Diese Seiten sind absolut empfehlenswert, besonders ist die umfangreiche Arbeit von Pinup-art hervorzuheben.

Sonstige Verweise die auf jeden Fall einen Bookmark wert sind.

Hifreiche Seite die sich eigentlich um Rockabilly dreht
Wikipedia Infos über Pin Up Art



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